WingTsun-Schule Berlin-Lankwitz
Inhaber Frank Bonconseil

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EWTO - offizielle Webseite

Die Kraftprinzipien:

  1. Befreie dich von deiner eigenen Kraft.
  2. Befreie dich von der Kraft deines Gegners.
  3. Nutze die Kraft des Gegners.
  4. Füge deine eigene Kraft hinzu.

Die Kampfprinzipien:

  1. Ist der Weg frei, stoß vor.
  2. Bekommst du Kontakt, bleib kleben.
  3. Ist der Gegner zu stark, weiche aus.
  4. Weicht der Gegner zurück, folge.
WingTsun

Was ist Wing Tsun ?

WT ist eine chinesische Kampfkunst. In China geriet die Tradition der waffenlosen Kampfkünste nicht wie in Europa bald nach der Erfindung des Schießpulvers in Vergessenheit. Die Chinesen behielten vielmehr sehr genau den gesundheitlichen Nutzen der ausgefeilten Bewegungsübungen und der anwendungsorientierten Philosophie des Kampfes im Auge, bewahrten diese Künste und gaben sie bis heute von Generation zu Generation weiter. Körperkraft oder artistisches Geschick dürfen hierbei keine entscheidende Rolle spielen, gerade Nichtathleten oder das sogenannte „schwache Geschlecht“ sind auch im Alltag unserer „Hochzivilisation“ körperlichen Übergriffen und Bedrohungen besonders ausgesetzt.

Natürliche körperliche Anlagen und instinktive Reaktionen kann sich aber jeder Mensch durch regelmäßiges WT-Training wieder aneignen. Das muß nicht die Wiedergeburt einer Kriegerkaste bedeuten, deren paranoide Verhaltensauffälligkeiten mehr Probleme schaffen als lösen! Vielmehr führen neuerarbeitetes Selbstbewußtsein und körperliches Bei-Sich-Sein bei WT-Schülern und Schülerinnen schon nach einiger Zeit intensiven Trainings zu entspannter Gelassenheit.

Jede Situation, in der es gilt, sich gegen einen körperlichen Angriff zu verteidigen, ist ein Kampf. WT ist Kampf-Kunst, das souveräne Können, in jedem Fall den eigenen Körper für einen Angreifer „ungenießbar“ zu machen. Oft ist es nicht mehr möglich, einfach wegzugehen. Dann hilft nur die Fähigkeit, dem Angreifer entschlossen entgegen zu treten und das weitere Geschehen im wahrsten Sinne des Wortes „in der Hand“ zu behalten. Fortgeschrittene WT-Schüler werden in Sekundenbruchteilen zum Alptraum jedes Angreifers - statt zurückzuweichen, „kleben“ sie ohne zögern am Gegner, lassen ihm durch gleichzeitige Attacken auf mehreren Angriffsebenen weder Zeit noch Raum, seine Attacke zu organisieren und drängen ihn so in hilflose, verzweifelte Abwehr.

Hierbei lehrt WT, die Kraft des Angreifers zu nutzen und gegen ihn selbst zu richten. Eine zunächst phantastische Vorstellung, die sich bei näherer Beschäftigung mit den Prinzipien der WT-Kampfkunst als einzig folgerichtige Methode für körperlich schwächere Verteidiger erweist.

WT Schüler können durch intensives Training lernen, die Angriffsenergie durch kontrolliertes Nachgeben zu „borgen“ - die angegriffenen Körperteile werden so „aufgeladen“ und geben, fast ohne eigens Zutun, die Kraft des Gegners unverbraucht und mit ganzer Wucht zurück. Hierzu müssen alle beteiligten Körperpartien in der Lage sein, störende Beeinträchtigungen unmittelbar „vor Ort“ zu begegnen, ohne daß vorher im Zentralhirn umfangreiche Rechenoperationen eine Entscheidung anbahnen müssen.

Diese taktilen (durch den Tastsinn gesteuerten) Reflexe sind die eigentliche, nämlich die gefühlsmäßige Basis einer Entscheidung für den richtigen Augenblick des Nachgebens, Reagierens oder des entschlossenen Gegenangriffs. Die Konsequenz des WT-Training ist eine unglaubliche Bereicherung des individuellen Bewegungs- und Sinnes- Potential und ein konkreter Zugewinn an umfassender Selbstsicherheit.

Wirksame Selbstverteidigung darf also zunächst nicht viel damit zu tun haben, sich in Kraft und Geschicklichkeit zu messen. Dennoch bietet WT selbst für erfahrene Budokas genügend Überraschungen und konkrete Bereicherung ihres Kampfstiles.

Wie funktioniert Wing Tsun ?

Wing Tsun unterscheidet sich in seiner Funktionsweise sehr von den anderen Kampfkunst(sport)arten. Der vielleicht größte Unterschied ist wohl der, dass es keine Techniken gibt. Eine Technik anzuwenden, bedeutet eingeschränkt zu sein. Ich muß mich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunden für die richtige Bewegung entscheiden und dabei zwischen der Schlagform, der Schlagrichtung, der Schlagintensität usw. entscheiden. Hinzu kommt noch die Unterscheidung zwischen eventueller Finten und ernstgemeinten Angriffen. Der Angreifer hingegen benötigt nur eine Entscheidung: Schlag ich zu oder nicht. Das Resultat: Alle die für eine erfolgreiche Verteidigung nötigen Entscheidungen brauchen mehr Zeit als ein ernstgemeinter Angriff.

Beim Wing Tsun fallen diese, im Ernstfall zu treffenden Entscheidungen weg. Im Wing Tsun haben wir keine Techniken, deren Ausführung vor der eigentlichen Bewegung viel Entscheidungszeit benötigen. Wing Tsun arbeitet mit Prinzipien und Kraftsätzen, die universell eingesetzt werden können. Um nicht optisch und somit zeitaufwendig und fintenanfällig reagieren zu müssen, arbeiten wir im Wing Tsun taktil. Das heißt, wir nehmen Kontakt mit dem Gegner auf und kontrollieren vom ersten Augenblick an seinen Angriff und somit das Kampfgeschehen. Sobald der Kontakt zum Gegner hergestellt ist, wird durch seine eigene Kraft sein Schicksal besiegelt.

Legende und Taoismus

Die Geschichte des Wing Tsun beginnt der Legende nach vor ca. 300 Jahren. Eine Nonne aus dem Shaolinkloster mit dem Namen Ng Mui entschloß sich nach ihre Flucht aus dem Kloster, welches durch Verrat von damaligen Regierungsbeamten und deren Helfern niedergebrannt wurde, ein Kampfsystem zu entwickeln, welches die körperliche Überlegenheit des Gegners ausnutzt und somit physisch schwächeren bei einer körperlichen Auseinandersetzung eine reelle Chance gibt.

Eines Tages beobachtete sie den Kampf zwischen einem Kranich und einem Fuchs (andere Quellen sprechen von einem Kranich und einer Schlange). Der Fuchs versuchte immer wieder den Kranich von der Seite anzugreifen, was dieser aber dadurch verhinderte, dass er sich sofort mit dem Fuchs mitdrehte und ihm somit seine Brust zuwandte. Wollte der Fuchs nun einen Angriff starten, fing er sich gleich einen Schlag mit den Flügeln oder eine Attacke mit dem Schnabel ein. Der Ausgang des Kampfes ist nicht bekannt, spielt aber auch keine große Rolle, da es sich um eine Legende handelt.

Das von ihr neu entwickelte System gab sie später an eine junge Frau mit dem Namen Wing Tsun weiter. Diese hatte goße Probleme mit einem bekannten Dorfschläger, der sie unbedingt heiraten wollte. Ng Mui hatte Mitleid mit ihr und unterrichtete sie in der neuen Kampfkunst, die zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte. Wing Tsun konnte den Schläger mit dem neuen Kampfkunstsystem leicht besiegen und hatte von da an Ruhe vor seinen Belästigungen.

Wing Tsun lehrte das neue System ihrem Mann, der dieser überlegenen Kampfkunst später ihren Namen gab. Von da an wurde es von Generation zu Generation weitergegeben.

Heute ist die EWTO (Europäische Wing Tsun Organisation) der größte Kampfkunstverband mit weltweit über 1500 Schulen.

Die Nonne Ng Mui bei der Holzpuppenform.
Großmeister Yip Man
Großmeister Leung Ting
Großmeister Kernspecht
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